2011.06.21 | SpLeeN Article & Interview Telecran


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In July Telecran published an article about SpLeeN and our new album. In case you missed it, just click read more, that’s all you need.

Nachdenklich bis blumig Spleen hat keinen Spleen, jedenfalls keinen auf den ersten Blick erkennbaren.

Was sich im Verborgenen tummelt, darüber können wir uns kein Urteil erlauben. Was wir jedoch wissen,
ist, dass die Band seit zehn Jahren sehr erwachsenen, ausgeklügelten Pop macht. weiter lesen könnt Ihr
unter folgendem Link:

So, wie das ausgebaute Dachgeschoss mit Jugendzim- mermöbeln zu einer blutjungen Band passt und der schwarz getünchte Kellerraum möglicherweise zu einer Gothic-Formation, so passt auch die leerstehende Wohnung im obersten Stock einer Firma irgendwie zu Spleen oder besser gesagt zu ihrer Musik. In einem der Räume mit altem Dielenboden stehen dunkelviolette und türkisfarbene Sessel mit Breitkordbezug, in einem anderen großen Zimmer hat die Band ihr Equipment aufgebaut. Die Wände sind hellgelb gestrichen, die Heizkörper lila, die Stühle haben knatschgrüne Polster. Holzbalken an der Decke verleihen einen gemütlichen Eindruck.

Die Wohnung – wollte man sie bewohnen, müsste sie von Grund auf saniert werden, meint Gitarrist Cédric Neiens, und, ja, die Farbe an den Wänden ist zum Teil abgeblättert – ist lichtdurchflutet, und das ist eigentlich auch die Musik von Spleen. Klar gibt es viele ernste Töne, auch mal traurige, aber man hat immer den Eindruck, letztlich bleibt ein Silberstreif am Horizont übrig. Die Musik hat etwas Sehnsuchtsvolles, Hoffnung versprühendes. Der Titelsong des neuen Albums „The Murder Of Lilly Stone“ beispielsweise. Es schwingt immer eine Mischung aus Traurigkeit und „Die Welt ist aber doch in Ordnung!“ mit, wenn Françoise Grethen mit ihrer außerge- wöhnlichen Stimme (die verblüffend ähnlich klingt wie die der Sängerin der belgischen Band „Vaya Con Dios“) zur leicht swingenden Melodie singt „You didn‘t get an all-time-high, yeah, you should at least have tried sometimes, somehow, sometimes, somehow you fell in…“. Einfach nur richtig schön. Irgendwas zwischen Nachdenklichkeit und Blumenwiese.
Die Idee, diesen Song doch mal anzuspielen, stößt nicht sofort auf Begeisterung. „Oh nein, nicht gerade den, den haben wir seit der CD-Präsentation im März nicht mehr geprobt“, stöhnt Cédric. Und eigentlich sei das eher ein Studiosong, von der aufwändigen Produktion her gesehen, mit Streichern und allem Drum und Dran. Aber Journalisten können hartnäckig sein und Spleen wäre nicht Spleen, wenn sie nicht auf eine langjährige Banderfahrung zurückgreifen könnte und aufgrund dieses Wunsches vor unlösbare Probleme gestellt würde. Und
so ertönen kurze Zeit später die ersten Takte von „Lilly Stone“. Zur großen Freude aller Beteiligten finden die Musiker schnell wieder in den Song hinein. Breites Grinsen. Na also, geht doch. Auch ohne Orchester.
Keine negative Routine. Cédric – im „normalen“ Leben Projektmanager bei Paul Wurth – zeichnet für die meisten Kompositionen verantwortlich, zumindest gewinnt man den Eindruck, wenn man sich die Booklets der Alben betrachtet. Im Interview wiegelt er ab: „Die Grundidee stammt meist von mir, arrangiert wird aber auch gemeinsam.“ Nun denn, auch wenn die Band wie ein eingeschworenes Team und alle wie fünf Freunde von nebenan wirken, scheint er doch das Mastermind der Band zu sein, in Musik- wie in Vermarktungsdingen. Es muss eben immer einen Bandleader geben. Die Texte wiederum werden größtenteils von Bassist Fränk Drews und Françoise geschrieben. „Nichts Politisches, nein. Wir wollen nicht die Welt verbessern“, meinen beide. „Es werden eher intensive persönliche Erfahrungen aus unserem Alltag verarbeitet.“

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